Hochgall (3436m) im Doppelpack

Schwierigkeitsgrad: ••••--
Verhältnisse und Risikoeinschätzung: Im Aufstieg durch beide Wände durchwegs gute Bedingungen mit Trittschnee bestehend aus Harschdeckel und teilweise Pulver, kein Blankeis. Die 1. Abfahrt war ruppig wegen Schneeknollen, die Westflanke ist die oberen 50m bereits ausgeapert, unten dann pickelhart.
Mit dabei: Tom

Um 4.00Uhr starteten wir oberhalb Rein i. Taufers. Mit den Skiern am Rucksack bis unter die Ursprungalm. Dort war endlich genug Schnee um die Tourenski an die Füße zu schnallen. Wir folgten dem Ursrpungbach hinauf zum Lenksteinferner. Hier wurde bereits unser 1. Vorhaben greifbar: Die „hintere“ Nordwand des Hochgall. Wir umgingen die riesigen Gletscherspalten im großen Linksbogen und bevor wir zur Randspalte gelangten wechselten wir die Ski mit Steigeisen und die Stöcke mit den Eispickeln. In der ca. 55° steilen Wand herrschten gute Verhältnisse und wir kamen flott voran, um ca. 08:00 Uhr erreichten wir den oberen Rand der Eiswulst (ca. 3300m).
Eine kurze Rast und dann fuhren mit den Skiern die steile NW-Rinne hinab zum Hochgallferner. Wieder kamen die Felle an die Ski und wir stiegen zum Einstieg der klassischen Hochgall-Nordwand auf. Hier konnten wir die Randspalte ganz rechts mit Ski überwinden und nach ein paar Spitzkehren kamen wieder die Steigeisen und Pickel zum Einsatz. Zuerst ging es gerade hoch, dann eine lange Querung nach links und dann die Gipfelrinne. Um 10.30 konnten wir uns am Gipfel zur 2. Nordwand des Tages gratulieren.
Nach einer Pause kamen wieder die Ski zum Einsatz und durch die Westflanke ging es teils Ski-fahrend, teils Ski-tragend steil hinab über hart gefrorenem Schnee zum Östl. Rieserferner. Wieder im sicheren Gelände genossen wir einige Firnschwünge. Wir überquerten den A. Hartdegen Weg und nach einem netten Ausflug in die Botanik beendeten wir diese ausgiebige Runde.